Ein Projekt von

Der letzte Tanz ist noch nicht getanzt

20.05.2020 / Bernhard Bub (Künstlerischer Leiter der Sommerwerft)

Heute erreicht euch endlich ein Update zur Sommerwerft, einem Kulturprojekt in unserer Stadt, das dieses Jahr genau in den Zeitraum fällt, der im Moment noch mit der Verbotsphase der Corona Krise einhergeht. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass wir nicht stillgesessen haben, seitdem die Einschränkungen bekannt sind und zusammen diskutieren, wie wir mit der Sommerwerft 2020 umgehen werden.

Wir sind bereit recht radikal den Platz und unseren Aufbau, den ihr gewohnt seid, zu transformieren und kreativ neu zu definieren.

Erklärtes Ziel bleibt, das zu dem Zeitpunkt der Sommerwerft, den wir publizieren, also vom 24. Juli bis 9. August, auf diesem Platz Theater, Performance und Musik im öffentlichen Raum stattfindet.

Wir sehen uns in der Aufgabe, das Freie Theater, das im Moment sehr mit den aktuellen Bedingungen kämpft, einen Raum zu ermöglichen, um mit gewissen Formen präsent zu sein.

In der aktuellen Lage wollen wir Kulturschaffende den kulturellen Freiraum, als Ort demokratischer Auseinandersetzung nicht aufgeben und im Pandemie-Szenario danach fragen: Wer macht die Stadt?

…sind es nicht die unterschiedlichen Menschen, die in der Stadt leben und natürlich eine vielfältige Kultur im Prozess einer würdigen Lebensrealität wollen? …natürlich gesund in gegenseitiger Verantwortung?

Das ist unser Ziel und wir arbeiten im Moment an Konzepten und Plänen, wie das dann aussehen kann. Sicherlich können wir nicht mehr eine Veranstaltung realisieren, wo 1000ende zur gleichen Zeit auf dem Platz sein können. Trotzdem bieten sich viele Möglichkeiten, die den Auflagen entsprechen und damit kreativ umgehen, um natürlich diese Veranstaltung ohne eine Gefährdung jedes/r Einzelnen, wenn auch verändert, zu verwirklichen.

Im Moment sehen wir uns noch im Vorfeld der Veranstaltung und sind daher gewohnt, wie bisher trotz Widrigkeiten an das konkrete Ereignis zu glauben.

Genauso wie wir das als Theatermacher*innen im öffentlichen Raum gelernt haben, trotzdem an einem kalten grauen Tag mit Dauerregen aufzubauen, da am Abend dann das geplante Theater möglich sein kann, sich das Wetter geändert hat und das Publikum in Massen auf den Platz strömt, um das gemeinsame Kulturritual zu erleben…. also sehen wir schon heute eine Sommerwerft im Hochsommer.

Wie gesagt, wir haben uns eine Flexibilität angeeignet, die uns deutlich von überorganisierten, meist gut finanzierten Kulturinstitutionen unterscheidet und können jetzt aktuell reagieren.

Global denken und lokal handeln heißt für uns Freie Kultur.

Deshalb „GLOKAL“ organisieren, ein internationales Konzept, das die Beziehung Lokaler Projekte in Beziehung zu Globaler Bedeutung sieht.

Dies zu thematisieren wird in diesem Jahr umso wichtiger sein, da in dieser Veranstaltung jetzt sicherlich viele Internationale Gruppen, Künstler*innen und auch den Helfer*innen fehlen werden.

Also werden wir jetzt hauptsächlich auf unsere Lokalen Strukturen zurückgreifen und so wird es auch in diesem Sommer wieder heißen: Wir wollen eine Kultur für Alle

…und wenn nicht alle Stricke reißen, werden wir diesen kulturellen Moment herstellen.

Wir haben und hatten nie ein profitables Szenario mit der Sommerwerft, denn wir brennen nach wie vor mit 1000den ehrenamtlichen Stunden für und während der gesamten Organisations- und Veranstaltungsphase, um das gewachsene Event von dessen Grundkosten her bezahlen zu können.

So war es von Anfang an als Freies Kulturprojekt gedacht, das für alle erreichbar sein soll und für die Atmosphäre der Stadt, in der wir leben und für uns als Kultur- und Theatermacher*innen stimmt.

Wir haben aber trotzdem großes Interesse daran, alle Formen von Selbstausbeutung zu minimieren und letztendlich abzuschaffen. Dazu benötigen wir die Hilfe aller, die ein solches Festival in der Stadt herbeisehnen, brauchen, wichtig finden und soweit es geht auch fördern wollen.

 

Bleibt also in Verbindung und wir halten Euch über alles was jetzt im Erschaffungsprozess der Sommerwerft noch passieren wird auf dem Laufenden:

Die Ideen zum Programm, Ideen zur Struktur des Festivals, Neues und Eingeschränktes, mit oder ohne Mundschutz, wo läuft der Livestream, usw.

…und die finale Dimension, in der wir im Corona –Sommer dann präsent sein werden.

Mit darstellender Kultur – in dieser Zeit, in unserer Stadt, an diesen Ort.