Siebzehn Tage Utopie

Siebzehn Tage Utopie

Die Sommerwerft – Internationales Theaterfestival am Fluss kommt auch in diesem Jahr zurück ans Mainufer. Siebzehn Tage lang, vom 22.07. – 07.08. verwandelt sich die Weseler Werft in einen Kulturfreiraum voller Theater, Tanz, Musik und Performance. Mit dem diesjährigen Thema „Human Rights – Geschichten über das Mögliche“ lädt das Programm ein, sich mit der politischen Gegenwart zu beschäftigen – und gemeinsam den Blick in die Zukunft zu wagen.

Human Rights – Geschichten über das Mögliche

Seit jeher ein politisches Festival, sucht die Sommerwerft auch in diesem Jahr die Auseinandersetzung mit den brennenden politischen und gesellschaftlichen Themen unserer Zeit und lädt die Besucher*innen mit den Mitteln von Theater und Kultur zum außeralltäglichen Austausch und Dialog ein. Krieg, Flucht, Ausgrenzung und die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen sind nur einige der aktuellen Themen, denen sich das vielfältige Programm mit mehr als 130 Veranstaltungen
Dabei soll aber vor allem auch zum Träumen und Visionieren angeregt und Zukunft wieder als gestaltbar erfahrbar werden: „Angesichts der aktuellen Entwicklungen tritt die Rolle von Kunst und Kultur als fragenstellende und zukunftsweisende Austauschräume wieder stärker hervor. Mit der Sommerwerft wollen wir einen solchen Raum schaffen – und 17 Tage lang das Unmögliche denkbar werden lassen“, sagt Sebastian Bolitz, Kurator des Programms auf der Theaterbühne.

Programmvielfalt

Nach zwei Jahren unter teils erheblichen Corona-Einschränkungen findet die Sommerwerft 2022 zur alten Offenheit zurück: Ohne Einlasskontrollen und offen für alle.
Auf fünf verschiedenen Bühnen, sowie natürlich traditionell auch im „Kulturfreiraum“ zwischendrin und drum herum, erwartet die Besucher*innen ein vielfältiges Programm: Von eindrucksvollen Theaterproduktionen über zeitgenössischen Tanz, Zirkusperformances, Bands und Singer-Songwriter im ikonischen Beduinenzelt, bis hin zu Open-Air Kino und Walk-Acts. Die im letzten Jahr etablierte „Queer Night“ bietet einen eigenen Raum für Performances zu LGBTIQ*-Themen, die beliebte „Night of Dance“ kommt auch in diesem Jahr zurück und auf der neuen Kinderbühne des Theaterhaus findet sich etwas für das jüngere Publikum.
Auch das Bildungsprogramm bietet mit täglichen Theater- und Bewegungsworkshops, Vorträgen und Gesprächsrunden Raum zum Mitmachen, ausprobieren und gestalten. Zwischendurch laden das Café Pimpanelli, die Haifischbar oder der Porto Brasil dazu ein, sich zu stärken und bei einem Getränk am Mainufer die letzte Performance Revue passieren zu lassen. Das vollständige Programm findet sich schon bald auf www.sommerwerft.de.

Theater aus Gemeinschaft

Auf dem Kulturgelände von protagon e.V. im Frankfurter Osten gehen die Vorbereitungen in die heiße Phase. Seit vielen Monaten wird hier organisiert, geplant, gebaut und getüftelt. Bald treffen die ersten freiwilligen Helfer*innen ein, und es entsteht die internationale Arbeits- und Lebensgemeinschaft, die sich erst wieder auflöst, wenn in sechs Wochen die letzte Zeltplane zusammengerollt sein wird. Bis zu 150 Menschen verschiedensten Alters und Kulturen leben hier zusammen und viele, viele mehr unterstützen das Festival vor Ort auf der Weseler Werft vor und hinter den Kulissen. Hier entsteht die besondere Atmosphäre der Sommerwerft, die das Festival spürbar von anderen Kulturevents unterscheidet. Für dieses Jahr werden noch Helfer*innen gesucht, alle Infos finden sich auf der Website. In Berührung und im Austausch mit anderen Kulturen entwickelt sich ein Geist von Gemeinschaft und Solidarität. So ist auch nach 20 Jahren die ursprüngliche Vision der Sommerwerft noch lebendig: Ein Ort, der Theaterkultur als wichtigen Teil des gesellschaftlichen Prozesses begreift; ein Ort zum Durchatmen, Staunen, inspirieren lassen; schließlich ein Ort, der auf das Leben aufmerksam macht